Das Neunte Wort

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Das Neunte Wort


32)بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ

فَسُبْحَانَ اللّٰهِ ح۪ينَ تُمْسُونَ وَح۪ينَ تُصْبِحُونَ

33)وَلَهُ الْحَمْدُ فِي السَّمٰوَاتِ وَالْاَرْضِ وَعَشِيًّا وَح۪ينَ تُظْهِرُونَ


O Bruder! Du fragtest mich nach der Weisheit hinter der Festsetzung des Gebets auf jene fünf bestimmte Zeiten. Wir werden hier auf nur eine der vielen Weisheiten hinweisen.

Nun, ebenso wie jede Gebetszeit den Anfang einer bedeutsamen Wende darstellt, so ist sie auch der Spiegel einer gewaltigen göttlichen Handlung und der sich in jener Handlung widerspiegelnden allumfassenden göttlichen Zuwendungen. Deshalb wurde das Gebet, welches ein Ausdruck gemehrter Erhabenheitspreisung und Verehrung des majestätischen Allmächtigen zu ebendiesen Zeiten und gehäuften Dankes und Lobes für die Gesamtheit der zahllosen zwischen zwei Gebetszeiten zuteil gewordenen Gaben ist, anbefohlen. Um diese feine und tiefsinnige Bedeutung ein Stück weit verstehen zu können, ist es erforderlich, folgende fünf Anmerkungen gemeinsam mit meinem Selbst anzuhören:

Erste Anmerkung: Die Bedeutung des Gebets ist es, Allahs Erhabenheit zu preisen, Ihn zu verehren und Ihm zu danken. Das heißt, Seine göttliche Majestät mit Rede und Handlung, indem man سُبْحَانَ اللهِ »Erhaben ist Allah« sagt, zu heiligen; Seine

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32     »Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen«

33     »17. Erhaben sei Allah, wenn ihr den Abend erreicht und wenn ihr den Morgen erreicht. 18. Und Ihm gebührt das Lob in den Himmeln und der Erde, und abends, und wenn ihr den Mittag erreicht.« (Sūra ar- Rūm, 30:17-18)

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Vollkommenheit mit Wort und Tat durch den Ausspruch اَللهُ أَكْبَرُ »Allah ist am größten« zu verehren und für Seine Schönheit mit Herz, Zunge und Leib اَلْحَمْلدُ لِلّٰهِ »Alles Lob gebührt Allah« sagend zu danken.


Somit entsprechen Erhabenheitspreisung, Größenpreisung und Lobpreisung dem Kern des Gebets. Dies ist der Grund dafür, dass diese drei Dinge in allen Bewegungen und Aussprüchen innerhalb des Gebets vorzufinden sind und jene gesegneten Worte nach dem Gebet zur Festigung und Untermalung seiner Bedeutung dreiunddreißig Mal wiederholt werden. So wird die Bedeutung des Gebets durch diese kompakten Zusammenfassungen unterstrichen.


Zweite Anmerkung: Die Bedeutung des Gottesdienstes liegt darin, dass sich der Diener in der göttlichen Gegenwart seiner eigenen Fehler sowie seiner Schwäche und Armseligkeit bewusst wird und sich vor der Vollkommenheit des Herrschertums Allahs, der Macht des Unabhängigen und der göttlichen Barmherzigkeit in ehrfürchtigem Erstaunen und voller Zuneigung niederwirft.


Wie also die Regentschaft des Herrschertums Dienerschaft und Gehorsam verlangt, so erfordert die Heiligkeit und Reinheit dieses Herrschertums, dass der Diener seine Fehler wahrnimmt, um Vergebung bittet und mit der Preisung der Erhabenheit Allahs über negative Eigenschaften durch den Ausspruch سُبْحَانَ اللهِ »Erhaben ist Allah« verkündet, dass sein Herr frei von jeglichen Mängeln, erhaben über die falschen Vorstellungen der Irregehenden und rein von sämtlichen Makeln der Geschöpfe ist.

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Die Vollkommenheit der Macht des Herrschertums erfordert überdies, dass der Diener seine eigene Schwäche und die Hilflosigkeit der Geschöpfe erkennt, daraufhin Zuflucht bei seinem Herrn sucht und auf Ihn vertraut, während er sich اَللهُ أَكْبَرُ »Allah ist am größten« sagend mit Begeisterung und Gefallen an der Größe der Werke der Macht des Unabhängigen vor ebendieser demütig verbeugt.


Ebenso erfordert der endlose Schatz der Barmherzigkeit jenes Herrschertums, dass der Diener seine Bedürfnisse sowie die Armseligkeit und Bedürftigkeit aller Geschöpfe in der Sprache des Bittgebets und des Verlangens äußert und die Wohltaten und Gaben seines Herrn اَلْحَمْلدُ لِلّٰهِ »Alles Lob gebührt Allah« sagend mit Dank und Lob verkündet.


Das heißt also, die Bewegungen und Aussprüche im Gebet beinhalten diese Bedeutungen und wurden ihretwegen seitens Allahs festgesetzt.


Dritte Anmerkung: Ebenso wie der Mensch ein kleines Exemplar dieses gewaltigen Kosmos und die ehrwürdige Sura al- Fātiḥa ein leuchtendes Beispiel des glorreichen Korans ist, so ist auch das Gebet ein allumfassendes, lichterfülltes Verzeichnis aller Arten des menschlichen Gottesdienstes und gleichzeitig eine heilige Übersichtskarte, die auf die verschiedenen Arten der Anbetung aller anderen Arten von Geschöpfen hinweist.


Vierte Anmerkung: Ebenso wie die Zeiger einer Wochenuhr, welche die Sekunden, Minuten, Stunden und Tage angeben, in Relation zueinander stehen, einander gleichen und entsprechen, so sind auch der Wechsel von Tag und Nacht, welcher den Sekunden dieser – einer gewaltigen göttlichen Uhr gleichenden – Erde entspricht; die Jahre, welche die Minuten dieser Uhr dar-

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stellen; die Stadien des Menschenlebens, welche ihre Stunden angeben, und die Epochen im Dasein der Welt, welche wiederum ihre Tage zählen, voneinander abhängig, entsprechen dem jeweils anderen, vergegenwärtigen ihn und handeln nach seinem Muster.


Zum Beispiel: Die Zeit zwischen Morgendämmerung und Sonnenaufgang erinnert an die Frühlingszeit, den Moment der Empfängnis des Menschen im Mutterleib sowie den ersten der sechs Schöpfungstage der Himmel und der Erde und ähnelt ihnen, während sie an die damit verbundenen göttlichen Vorgehen erinnert.


Die Mittagszeit hingegen ähnelt dem Hochsommer, der jugendlichen Vollkommenheit sowie dem Zeitalter der Erschaffung der Menschheit innerhalb des Daseins dieser Welt und vergegenwärtigt die in ihnen zum Vorschein kommenden Manifestationen der Barmherzigkeit Allahs und Seine reichlichen Gaben.


Die Zeit des Nachmittags kommt der Herbstzeit, dem Greisenalter und dem mit dem Erscheinen des Propheten der Endzeit 34)صلى الله عليه وسلم einhergehenden Zeitalter der Glückseligkeit gleich und erinnert an die in ihnen befindlichen göttlichen Handlungen und die Gaben des Erbarmers.


Was die Zeit des Sonnenuntergangs betrifft, so ruft sie das Untergehen zahlreicher Geschöpfe gegen Ende der Herbstzeit, den Tod des Menschen sowie die Zerstörungen zu Beginn des Weltuntergangs ins Gedächtnis, vergegenwärtigt die Manifestationen der göttlichen Majestät, ermahnt den Menschen und weckt ihn aus dem Schlaf der Unachtsamkeit.

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34     Allahs Frieden und Segen seien auf ihm

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Der Einbruch der Nacht wiederum erinnert daran, wie die Welt der Dunkelheit alle Werke der Welt des Tageslichtes mit ihrem schwarzen Tuch verhüllt; wie der Winter mit seinem weißen Tuch das Gesicht der toten Erde bedeckt; wie auch die hinterlassenen Werke des verstorbenen Menschen dahinschwinden und unter den Schleier der Vergessenheit geraten und wie dieser Prüfungssaal der Welt ganz und gar geschlossen wird, und er gibt Kunde von den majestätischen Vorgehen Allahs, des Majestätischen, des Bezwingenden.


Die späte Nacht macht den Winter, das Grab sowie das Zwischenreich begreiflich und erinnert den Menschen daran, wie sehr seine Seele der Barmherzigkeit des Erbarmers bedarf.


Das nächtliche Aufwachen zum Gebet hingegen vermittelt ermahnend, welch unabdingbares Licht dieses Gebet in der dunklen Nacht des Grabes und der Dunkelheit des Zwischenreiches darstellt. Es erinnert überdies an die zahllosen Gaben des wahren Gebers zu all jenen Wendezeiten und verkündet somit, wie sehr Ihm Lob und Preis gebühren.


Der darauffolgende Morgen wiederum erinnert an den Morgen der Auferstehung. Denn ebenso plausibel, notwendig und sicher wie das Folgen des Morgens auf diese Nacht und das Nachfolgen des Frühlings auf diesen Winter ist, so sicher ist auch der Anbruch des Morgens der Auferstehung und des Frühlings des Zwischenreiches. Dies heißt also, ebenso wie diese fünf Gebetszeiten jeweils am Beginn eines bedeutsamen Umbruchs stehen und auf bedeutungsvolle Wenden hinweisen, so erinnern sie durch das Zeichen der täglichen gewaltigen Anordnungen der Macht des Unabhängigen an die Geschenke Sei-

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ner Barmherzigkeit und die Wunder Seiner Macht, wie sie in jedem Jahr, jedem Jahrhundert und jeder Epoche vorzufinden sind. Demnach ist das Pflichtgebet, welches den eigentlichen Zweck der Erschaffung darstellt, das Fundament des Gottesdienstes bildet und dessen Verrichtung die notwendige Begleichung einer abzutragenden Schuld ist, zu diesen Zeiten aufs Äußerste angemessen und ihrer zweifelsohne würdig.


Fünfte Anmerkung: Gemäß seiner Natur ist der Mensch überaus schwach. Dabei nimmt alles um ihn herum Einfluss auf ihn, beschäftigt und bekümmert ihn. Er ist vollkommen hilflos, wo doch seine Probleme und Feinde zahlreich sind. Er ist absolut mittellos, hat aber zahllos viele Bedürfnisse. Er ist faul und ohne jeglichen Einfluss, die Last des Lebens jedoch schwer. Durch sein Menschsein hat er eine starke Verbundenheit mit dem Universum; der Verlust und die Trennung von Dingen aber, die er liebt und mit denen er vertraut ist, fügen ihm durchweg Schmerzen zu. Sein Verstand führt ihm hohe Ziele und nimmer endende Früchte vor Augen, obgleich doch sein Arm so kurz, sein Leben so vergänglich, sein Einfluss so gering und seine Geduld so begrenzt ist.


Es liegt also auf der Hand, wie notwendig es für die in einer solchen Lage befindliche Seele ist, sich durch das morgendliche Gebet dem majestätischen Allmächtigen, dem vollkommen schönen Barmherzigen zuzuwenden, ihre Bitte an Ihn zu richten sowie Ihn um Erfolg und Hilfe zu bitten; und welch notwendige Stütze dies für die Bewältigung der Tätigkeiten und Aufgaben, die sie in der ihr bevorstehenden Welt des Tageslichts erwarten und ihr auferlegt werden, darstellt.

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Die Zeit des Mittagsgebets entspricht dem Höhepunkt des Tages, seinem Wendepunkt hin zum Tagesende, dem Moment der nahenden Vollendung täglicher Arbeiten und einer kurzen Auszeit von mühevollen Tätigkeiten. Sie ist die Erholungspause, welche die Seele nach der durch die unbeständigen und strapaziösen Angelegenheiten der vergänglichen Welt hervorgerufenen Benebelung und Unachtsamkeit benötigt, und der Moment, in dem die göttlichen Gaben zum Vorschein kommen.


Nicht wahrhaft Mensch ist jener, der nicht begreift, wie schön, wie erforderlich und wie überaus angebracht das Mittagsgebet ist, welches für die Menschenseele bedeutet,


  • von jenen Mühen befreit zu werden, der Unachtsamkeit zu entfliehen, sich von all den unbedeutenden, vergänglichen Dingen lossagend vor den immerwährenden Beständigen, den wahren Geber zu treten – ehrerbietig die Hände im Gebet verschränkt – für die zahlreichen Gaben zu danken, Ihn zu loben und Seine Hilfe zu erbitten;


  • ihre Armseligkeit durch die Verbeugung vor Allahs Majestät und Gewaltigkeit zum Ausdruck zu bringen


  • und ihre Begeisterung, Liebe und Demut durch die Niederwerfung vor der unvergänglichen Vollkommenheit und unvergleichlichen Schönheit Allahs kundzutun.


Die Zeit des Nachmittagsgebets erinnert an die trübsinnige Herbstzeit, das mit Trauer verbundene Greisenalter und die schmerzhafte Epoche der Endzeit. Sie ist die Zeit, zu der die tägliche Arbeit ihr Ergebnis erbringt und die große Summe der über den Tag zuteil gewordenen göttlichen Gaben wie Gesundheit, Geborgenheit und gute Taten Gestalt annimmt. Überdies verkündet sie, begleitet vom Zeichen der gewaltigen Sonne, wel-

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che sich nun ebenfalls dem Untergang neigt, dass der Mensch ein Gast, ein Bediensteter auf dieser Erde ist und dass alles auf ihr Befindliche vergänglich und nicht von Bestand ist.


Wer tatsächlich Mensch ist, versteht, welch erhabene Aufgabe, welch schicklicher Dienst, welch angebrachte Begleichung der abzutragenden Erschaffungsschuld und welch überaus behagliche Erlangung von Glückseligkeit die Verrichtung des Nachmittagsgebets darstellt, welches für die nach Unvergänglichkeit strebende und für ebendiese erschaffene, Zuwendungen mit Verehrung erwidernde und unter der Trennung leidende Menschenseele bedeutet,


  • die Waschung zur Verrichtung des Nachmittagsgebets durchzuführen, um ihr Hilfegesuch in der Audienz des absolut Unabhängigen, des immerwährende Urexistenten, des ewig Beständigen darzulegen;


  • Zuflucht zu suchen bei den unvergänglichen, endlosen Zuwendungen der Barmherzigkeit Allahs, Ihm für Seine unzähligen Gaben Dank und Lobpreis entgegenzubringen und sich vor der Überlegenheit Seines Herrschertums unterwürfig zu verbeugen;


  • sich vor der Ewigkeit Seiner Göttlichkeit demütig niederzuwerfen;


  • wahren Trost und Seelenfrieden zu finden und in der Gegenwart Seiner Größe die Hände für den Gottesdienst zu verschränken.


Die Zeit des Abendgebets ruft das von traurigem Abschied begleitete Verschwinden der lieblichen Geschöpfe der Sommer- und Herbstwelt am Anfang des Winters und den Moment nach

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dem Tode des Menschen, da er sich vom Schmerz der Trennung erfüllt von all seinen Geliebten verabschieden muss und zu Grabe getragen wird, ins Gedächtnis. Des Weiteren erinnert diese Zeit an das Übersiedeln aller Erdenbewohner in andere Welten mit dem von bebender Benebelung begleiteten Ableben der Erde und an den Moment, da die Lampe dieses Prüfungssaals zum Erlöschen gebracht wird, und ermahnt somit heftigst diejenigen, welche ihre in Vergänglichkeit dahinschwindenden Geliebten anhimmeln.


Was für ein Mensch ist denn derjenige, der nicht begreift, welch liebliche, lautere Aufgabe, welch ehrwürdiger, Genuss bringender Dienst, welch angenehme, schöne Gottesdienerschaft, welch überaus bedeutsame Wahrheit, welch ewig währende Zusammenkunft und andauernde Glückseligkeit es in dieser vorübergehenden Gaststube darstellt, das Abendgebet zu verrichten, welches für die Menschenseele, die ihrer Erschaffung entsprechend einem begierigen Spiegel der unvergänglichen Schönheit gleichkommt, bedeutet,


  • ihr Gesicht dem prachtvollen Thron des nicht vergehenden Urexistenten, des unvergänglichen Immerwährende zuzuwenden, Der diese gewaltigen Werke vollbringt, diese kolossalen Welten regiert und durchweg erneuert, und jene vergänglichen Dinge hinter sich lassend اَلْحَمْلدُ لِلّٰهِ »Allah ist am größten« sagend von ihnen abzulassen;


  • die Hände für den Gottesdienst verschränkend in der Gegenwart des immerwährenden Unvergänglichen im Gebet stehend اَلْحَمْلدُ لِلّٰهِ »Alles Lob gebührt Allah« zu sagen, Ihn im Angesicht Seiner makellosen Vollkommenheit, Seiner beispiellosen Schönheit und Seiner endlosen Barm-

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herzigkeit اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَاِيَّاكَ نَسْتَع۪ينُ »Dir alleine dienen wir und Dich alleine bitten wir um Hilfe«(35 sagend zu lobpreisen, Seinem Herrschertum ohne Teilhaber, Seiner partnerlosen Göttlichkeit und ministerlosen Regentschaft ihren Gottesdienst darzubieten und Hilfe zu suchen;


  • sich vor Seiner endlosen Größe, Seiner grenzenlosen Macht und Seiner uneingeschränkten Überlegenheit verbeugend, gemeinsam mit dem gesamten Universum ihre Schwäche und Hilflosigkeit, ihre Armseligkeit und Demut durch den Ausspruch سُبْحَانَ رَبِّيَ الْعَظ۪يمِ »Erhaben ist mein Herr, der Gewaltige« zu verkünden und so die Erhabenheit ihres gewaltigen Herrn über jegliche negativen Eigenschaften zu preisen;


  • sich vor der unvergänglichen Schönheit Seines Wesens, vor Seinen beständigen heiligen Eigenschaften und Seiner unabänderlichen, ewigen Vollkommenheit niederzuwerfen und sich voller Begeisterung demütig von allem außer Ihm loszusagen sowie ihre Dienerschaft und Liebe zu Ihm zu verkünden;


  • den immerwährenden Schönen, den ewigen Barmherzigen, Der alles Vergängliche ersetzt, zu finden und سُبْحَانَ رَبِّيَ الْاَعْلٰي »Erhaben ist mein Herr, der Höchste« sagend ihren über Vergänglichkeit erhabenen, von jeglichen Fehlern freien höchsten Herrn zu heiligen;


  • daraufhin im Gebet sitzend das Glaubensbekenntnis auszusprechen, die gesegneten Grüße und schönen Gebete sämtlicher Lebewesen in ihrem eigenen Namen jenem un-

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35     Sūra al-Fātiḥa (1:5)

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vergänglichen Schönen, nicht vergehenden Majestätischen darzubieten, Seinem ehrenwerten Gesandten 36)صلى الله عليه وسلم den Treueeid mit Friedensgrüßen zu erneuern und den Gehorsam gegenüber den Befehlen jenes Gesandten صلى الله عليه وسلم zu verkünden, die Einzigkeit des majestätischen Künstlers zu bezeugen und die weise Ordnung in diesem Schloss des Universums zu betrachten, um somit ihren Glauben zu erneuern und mit Licht zu erfüllen


  • und das Gesandtentum dessen zu bezeugen, der die Regentschaft des Herrschertums Allahs verkündet, der darüber Kunde gibt, wie Seine Zufriedenheit erlangt werden kann und der die Zeichen des Buchs des Universums übersetzt – Muḥammed, der Araber 37)صلى الله عليه وسلم !

 

Zur Zeit des Nachtgebets verschwinden nun auch die übrig gebliebenen Spuren des Tages am Horizont, und die Welt der Nacht umhüllt das Dasein.


Diese Zeit erinnert an die göttlichen Vorgehen Allahs, des majestätischen Allmächtigen, des مُقَلِّبُ الَّيْلِ وَ النَّهاَرِ »Wenders von Nacht und Tag«(38 beim Umblättern von jener weißen Seite auf diese schwarze und an Seine Vorgehen als مُسَخِّرُ الشَّمْسِ وَ الْقَمَرِ »Befehlshaber über Sonne und Mond«(39 als der Vollkommene, der Weise beim Wenden der geschmückten, grünen Seiten des Sommers auf die eisigen, weißen Seiten des Winters.


Des Weiteren erinnert sie durch das im Laufe der Zeit stattfindende vollständige Übergehen der zurückgebliebenen Spuren der Bewohner des Grabes in eine andere Welt und ihre komplet-

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36     Allahs Frieden und Segen seien auf ihm.

37     Allahs Frieden und Segen seien auf ihm.

38     Vgl. Sūra an-Nūr (24:44)

39     Vgl. Sūra an-Naḥl (16:12)

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te Abtrennung von der diesseitigen, an die göttlichen Vorgehen des Schöpfers von Tod und Leben(40.


Sie ist eine Zeit, die an die prachtvollen Vorgehen und Manifestationen der Schönheit des Schöpfers der Erde und der Himmel(41 erinnert, wenn diese einengende, vergängliche, unbedeutende Welt vollkommen zusammenbricht, sie in gewaltiger Benommenheit zugrunde geht und sich so die Tore zur weiten, unvergänglichen, prunkvollen Welt des Jenseits öffnen.


Diese Begebenheit beweist also, dass der wahre Besitzer und Verfüger, die wa hre Gottheit und Liebe dieses Universums nur Derjenige sein kann, Der die Nacht wie den Tag, den Winter wie den Sommer und das Diesseits wie das Jenseits mit Leichtigkeit, wie die Seiten eines Buches, wenden, beschreiben, löschen oder verändern kann – ein absolut Allmächtiger also, Der all diese Dinge beherrscht.


Nun hast du mit Sicherheit verstanden, welch angenehme und schöne, welch liebenswerte und erhabene, welch gewaltige und vortreffliche Aufgabe, welch einleuchtender Dienst, welch angebrachte Gottesdienerschaft und welch bedeutsame Wahrheit es ist, das Nachtgebet zu verrichten, welches für die in unendlichem Maße hilflose und schwache, unendlich armselige und bedürftige, in die unendlich tiefe Dunkelheit der ungewissen Zukunft versunkene und aufgrund zahlloser Ereignisse ins Wanken geratende Menschenseele bedeutet,


  • gleich Abraham (42 لَٓا اُحِبُّ الْاٰفِل۪ينَ »Ich liebe nicht die Untergehenden«(43 zu sagen, um ihr Nachtgebet zu jener zuvor beschriebenen nächtlichen Zeit zu verrichten;

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40     Vgl. Sūra al-Mulk (67:2)

41     Vgl. Sūra al-An‘ām (6:1)

42     Frieden sei auf ihm.

43     Sūra al-An‘ām (6:76)

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  • in der Audienz des unvergänglichen Angebeteten, des nicht vergehenden Geliebten durch das Gebet Zuflucht zu suchen und in dieser vergänglichen, düsteren Welt und diesem vergänglichen Leben mit seiner düsteren Zukunft die Hilfe des ewigen Immerwährende zu erbitten;


  • binnen eines kleinen Stücks unvergänglicher Geselligkeit und weniger Minütchen ewigen Lebens die Zuwendungen der Barmherzigkeit und das Licht der Rechtleitung6 des Erbarmers, des Barmherzigen, der ihre Welt mit Licht erfüllt, ihre ungewisse Zukunft erhellt und Salbe auf die vom Vergehen der Geschöpfe und der Trennung von ihren Geliebten hervorgerufenen Wunden aufträgt, zu erkennen und zu verlangen;


  • die Welt, welche die Menschenseele kurzzeitig vergisst und sich ihr entzieht, nun selbst zu vergessen um so ihren Kummer und ihre Sorgen, durch das Weinen des Herzens in der Audienz des Erbarmers auszuschütten;


  • sich zum Gebet aufzustellen, um – im Falle eines Falles – vor dem Schlaf, der ohnehin dem Tod ähnelt, ihre letzte gottesdienstliche Tat zu verrichten und ihr tägliches Heft der Taten mit einem heilvollen Ende zu versiegeln;


  • in die Gegenwart des immerwährenden Anbetungswürdigen und Geliebten, Der all die vergänglichen Geliebten zu ersetzen vermag, des großzügigen Allmächtigen, Der die Menschenseele von all jenen Mittellosen, die sie anzuflehen pflegte, befreit, des barmherzigen Bewahrers, Der sie vor jeglichem Übel der sie beängstigenden Unheilstifter schützt, zu treten;

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  • beginnend mit der Sura al-Fātiḥa, anstelle des Lobs und der unterwürfigen Dankesschuld den nutzlosen, makelhaften, armseligen Geschöpfen gegenüber den absolut Vollkommenen und grenzenlos Reichen, den Herrn der Welten, zu loben und Ihm zu danken;


  • sodann fortzuschreiten zur Anrede اِيَّاكَ نَعْبُدُ »Dir alleine dienen wir«(44, um sich trotz ihrer Mickrigkeit, Bedeutungslosigkeit und Einsamkeit an den ewigen, unvergänglichen Regenten, den Herrscher am Tage des Gerichts zu binden und in den Rang eines geehrten Gastes und bedeutenden Beauftragten in diesem Universum aufzusteigen;


  • im Namen aller Geschöpfe, durch das Aussprechen von اِيَّاكَ نَعْبُدُ وَاِيَّاكَ نَسْتَع۪ينُ »Dir alleine dienen wir, und Dich alleine bitten wir um Hilfe«(45 den Gottesdienst und die Hilfegesuche der großen Gemeinde, der gewaltigen Gemeinschaft des Universums darzulegen;


  • in Anbetracht der Dunkelheit der Zukunft اِهْدِنَا الصِّرَاطَ الْمُسْتَق۪يمَ »Leite uns den geraden Weg«(46 sagend die Rechtleitung auf den leuchtenden, in die ewige Glückseligkeit führenden geraden Weg zu erbitten;


  • sich die Größe des Majestätischen vor Augen zu führen, Dessen Befehl die inzwischen schlafenden Tiere und Pflanzen wie auch die verborgenen Sonnen und bereits sichtbar gewordenen Sterne – welche Seine Diener und Lampen in dieser Gaststube der Welt sind – gleich Soldaten unterliegen, und sich اَللهُ أَكْبَرُ »Allah ist am größten« sagend vor Ihm zu verbeugen;

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44     Sūra al-Fātiḥa (1:5)

45     Sūra al-Fātiḥa (1:5)

46     Sūra al-Fātiḥa (1:6)

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  • an jene gewaltige Niederwerfung sämtlicher Geschöpfe zu denken – also daran, wie jedes Jahr und in jedem Zeitalter die verschiedenen Arten der Geschöpfe, ja sogar die Erde und das gesamte Universum sowie die in dieser Nacht bereits zur Ruhe gegangenen Lebewesen – einem gehorsamen Soldaten, einem geordneten Heere gleich – durch den Befehl كُنْ فَيَكُونُ »Sei! – und es ist«(47 von ihrer Aufgabe des diesseitigen Gottesdienstes befreit und in die verborgene Welt geschickt werden, sich schließlich bei ihrem Dahinschwinden mit perfekter Ordnung auf dem Gebetsteppich des Sonnenuntergangs اَللهُ أَكْبَرُ »Allah ist am größten« sagend niederwerfen und sodann im Frühling durch einen vom Befehl كُنْ فَيَكُونُ »Sei! – und es ist«(48 initiierten belebenden Schrei – teils selbst, teils stellvertretend – wieder zum Leben erweckt werden;


  • daran zu denken, wie dieser unbedeutende Mensch, ihrem Beispiel folgend – die Hände für den Gottesdienst verschränkt – im Gebet steht und sich in begeisterungsvoller Zuneigung, in von Ewigkeit durchwobener Demut, in ehrenvoller Unterwürfigkeit اَللهُ أَكْبَرُ »Allah ist am größten « sagend am Hofe der Gegenwart des vollkommenen Erbarmers, des barmherzigen Inhabers vollkommener Schönheit niederwirft, also regelrecht die Himmelfahrt Miʿrādsch vollzieht.


Das heißt also, da jede dieser fünf Zeiten Indizien für eine bedeutsame Wende, Hinweise auf das gewaltige göttliche Vorgehen und Zeichen sämtlicher göttlichen Gaben in sich birgt,

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47 Sūra Yā-Sīn (36:82)

48 Sūra Yā-Sīn (36:82)

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sind die Zeiten der Pflichtgebete, deren Verrichtung die Begleichung einer pflichtmäßig abzutragenden Schuld ist, mit absolut vollendeter Weisheit festgesetzt.


سُبْحَانَكَ لَا عِلْمَ لَنَٓا اِلَّا مَا عَلَّمْتَنَٓا اِنَّكَ اَنْتَ الْعَل۪يمُ الْحَك۪يمُ


اَللّٰهُمَّ صَلِّ وَسَلِّمْ عَلٰي مَنْ اَرْسَلْتَهُ مُعَلِّمًا لِعِبَادِكَ لِيُعَلِّمَهُمْ كَيْفِيَّةَ مَعْرِفَتِكَ وَالْعُبُودِيَّةِ لَكَ وَمُعَرِّفًا لِكُنُوزِ اَسْمَٓائِكَ وَتَرْجُمَانًا لِاٰيَاتِ كِتَابِ كَٓائِنَاتِكَ وَمِرْاٰةً بِعُبُودِيَّتِه۪ لِجَمَالِ رُبُوبِيَّتِكَ وَعَلٰٓي اٰلِه۪ وَصَحْبِه۪ٓ اَجْمَع۪ينَ وَارْحَمْنَا وَارْحَمِ الْمُؤْمِن۪ينَ وَالْمُؤْمِنَاتِ اٰم۪ينَ بِرَحْمَتِكَ يَٓا اَرْحَمَ الرَّاحِم۪ينَ


Erhaben bist Du über jegliche negativen Eigenschaften. Wir besitzen kein Wissen, außer dem, das Du uns gelehrt hast. Wahrlich Du bist der Allwissende, der Allweise!


O Allah, sende Deinen Segen und Deinen Frieden auf denjenigen, den Du entsandt hast als Lehrer für Deine Diener, auf dass er sie lehrt, wie sie Dich erkennen können und wie sie Dir dienen sollen; den Du entsandt hast als Erklärer der Schätze Deiner Namen, als Übersetzer der Zeichen Deines Buchs des Universums und auf dass er durch seinen Gottesdienst die Schönheit Deines Herrschertums widerspiegelt; sowie auf seine Familie und seine Gefährten insgesamt. Erbarme Dich unser und erbarme Dich der gläubigen Männer und Frauen – Āmīn! – mit Deiner Barmherzigkeit, o Barmherzigster der Barmherzigen!