Das Vierte Wort

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Das Vierte Wort


13)بِسْمِ اللّٰهِ الرَّحْمٰنِ الرَّح۪يمِ

14)اَلصَّلَاةُ عِمَادُ الدّ۪ينِ


Wenn du mit absoluter Gewissheit verstehen möchtest, wie wertvoll und wichtig das Gebet ist; wie einfach und mit wie wenig Aufwand es erlangt werden kann; wie verrückt und verlustreich aber derjenige ist, der es nicht verrichtet, so schaue dir das folgende Gleichnis aufmerksam an:


Eines Tages übergab ein großer Herrscher zwei seiner Diener jeweils 24 Goldstücke und entsandte sie zu einem seiner besonderen, prächtigen Anwesen, welches in zwei Monaten erreicht werden konnte, damit diese sich dort niederlassen. Er befahl ihnen: »Trefft mit diesem Geld Ausgaben für eure Fahrkarten und Wegkosten, und kauft euch Dinge, die ihr in eurer dortigen Bleibe gebrauchen werdet. In einer Entfernung von einem Tag befindet sich eine Station. Dort stehen Wagen, Schiffe, Züge und Flugzeuge bereit, in die man je nach Vermögen einsteigen kann.«


Nachdem die beiden Diener unterrichtet worden waren, begaben sie sich auf den Weg. Der eine war lobenswert: Bis zur Station gab er zwar einen Teil seines Geldes aus, aber mit diesen Ausgaben erzielte er, sehr zur Freude seines Gebieters, einen so hohen Gewinn, dass sich sein Vermögen vertausendfachte. Da der andere unglückselig und ungehorsam war, gab er bis zur Station bereits 23 Goldstücke aus. Er verschwendete sie für Glücksspiele und

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13     Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

14     Das Gebet ist der Pfeiler der Religion« (Kanzu'l-Ummāl, Ḥadīs #21618)

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dergleichen, sodass ihm nur noch ein Goldstück übrig blieb. Sein Freund sagte zu ihm: »He, gib diesen letzten Groschen für eine Fahrkarte aus, damit du den langen Weg nicht zu Fuß und hungrig zurücklegen musst! Unser Gebieter ist großzügig; vielleicht erbarmt er sich deiner und verzeiht dir deinen Fehler. Dann setzen sie auch dich in ein Flugzeug, und wir erreichen unseren Wohnsitz in nur einem Tag. Ansonsten bist du gezwungen, zwei Monate lang zu Fuß und ohne Speise, einsam durch die Wüste zu ziehen.«


Würde nicht selbst der Unvernünftigste begreifen, wie töricht, verlustreich und unglückselig dieser Mann wäre, wenn er darauf beharrt, seinen letzten Groschen nicht für eine Fahrkarte auszugeben, die für ihn dem Schlüssel zu einer Schatzkammer gleichkommt, sondern für einen vergänglichen Genuss in Ausschweifung zu verschwenden?


Höre also, o der du das Gebet nicht verrichtest und o mein inneres Selbst, das am Gebet keinen Gefallen findet! Dieser Herrscher steht für unseren Herrn, unseren Schöpfer. Was die beiden reisenden Diener betrifft, so entspricht einer von ihnen dem religiösen Menschen, der sein Gebet mit Eifer verrichtet, der andere dem unachtsamen, der sein Gebet vernachlässigt. Die 24 Goldstücke sind 24 Stunden tägliche Lebenszeit. Das prächtige Anwesen wiederum ist das Paradies, und die Station ist das Grab. Jene lange Reise ist der Weg der Menschen ins Grab, zur Auferstehung und in die Unvergänglichkeit, den sie abhängig von ihren Taten und der Stufe ihrer Gottesfurcht auf unterschiedliche Weise zurücklegen: Ein Teil der Gottesfürchtigen bewältigt einen tausendjährigen Weg blitzschnell in nur einem Tag, und ein weiterer Teil legt eine fünfzigtausendjährige

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Strecke innerhalb eines Tages wie im Traum zurück. Der ehrenwerte Koran deutet mit zwei Versen auf diese Wahrheit hin.(15 Was die Fahrkarte anbelangt, so ist sie das Gebet. Eine einzige Stunde genügt für alle fünf Gebete samt der Gebetswaschung.


Wie verlustreich, wie ungerecht gegenüber sich selbst und wie sehr zuwider dem Verstand handelt wohl derjenige, der 23 Stunden für dieses kurze diesseitige Leben ausgibt, für das unvergängliche jenseitige Leben aber nicht einmal eine Stunde aufwendet? Denn würde ein Mann, der sich selbst für klug hält, nicht begreifen, wie unvernünftig und wie weit entfernt von Verstand und Weisheit es wäre, ein Vierundzwanzigstel seines Vermögens nicht für einen unvergänglichen Schatz einzusetzen, dessen Gewinn mit 99-prozentiger Sicherheit feststeht, nachdem sein Verstand es annimmt, die Hälfte seines Vermögens für ein Glücksspiel auszugeben, an dem tausend Mann teilnehmen und bei dem die Gewinnchance bei eins zu tausend liegt? Dabei liegt im Gebet großes Wohlbefinden für Verstand, Herz und Seele, und seine Verrichtung ist keine beschwerliche Arbeit für den Körper. Obendrein nehmen die übrigen gestatteten weltlichen Taten dessen, der das Gebet verrichtet, mit einer guten Absicht den Wert gottesdienstlicher Taten an. Auf diese Weise kann er sein gesamtes Lebenskapital zu Guthaben im Jenseits machen und sein vergängliches Leben in gewisser Weise verewigen.

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15 die Verse in Sūra al-Ḥaddsch (22:47) und Sūra al-Maʿāridsch (70:4)